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richtiges oder falsches Kranksein

Kann man dies eigentlich sagen?

Diese Frage stellte ich mir kürzlich. In meinem unmittelbaren Umfeld leitet jemand an Depression und Angst.

Ja sicher, Depression ist auch eine Krankheit, aber wenn man wie ich wirklich einmal schwer erkrankt war oder jetzt auch viele Freunde hat, die schwer krank sind, fällt einem das Verständnis für dieses Krankheitsbild schwer bzw. man muss es lernen.

Depressive Menschen reden sich u.a. Krankheiten und Schmerzen ein, obwohl sie organisch gesund sind.

Ich befinde mich in einem großen Zwiespalt zwischen Verständnis und Kopfschütteln.

Auch ich bin nicht frei von depressiven Ansätzen, damals und auch jetzt noch. Gemerkt habe ich, dass es auf einen selbst ankommt, wie man die Herausforderung immer wieder neu bewältigt. Es ist auf jeden Fall von seiner eigenen Stärke, Einstellung und Willen abhängig. Man wächst an seiner Erkrankung….wird stärker.

Doch ich frage mich, wie geht es erst einem depressiven Patienten, wenn er wirklich einmal etwas Ernstes hat? Würde er dies überhaupt schaffen?

Eigentlich geht es mir mit einigen Krankheitsbildern so, wenn z.B. aus einer kleinen Erkältung eine große Sache gemacht wird o.ä.

Mich würde einmal interessieren, wie es anderen Leukämiepatienten geht, ob sie auch so schwanken! Vielleicht hat ja der Eine oder Andere Lust hier mal seine Erfahrung zu schreiben.

Ein Kommentar zu “ richtiges oder falsches Kranksein ”

  1. Meine persönliche Meinung zu diesem Thema ist etwas anders.

    Ich stimme dir zu, dass es besonders bei Depressionen auf einen selbst ankommt, was man daraus macht. Und ob man sich zum Beispiel Hilfe holt… Aber die Aussage, dass diese Menschen organisch nichts haben, kann ich nicht teilen.
    Bei Menschen, die dauerhaft stark depressiv sind, (nicht Menschen mit einer depressiven Phase! Das ist etwas gänzlich anderes), ist auch ein Organ geschädigt. Und ich würde mal sagen, das wichtigeste. Dort laufen im Gehirn Prozesse falsch ab. Diese Menschen haben ab einem gewissen Punkt nicht mehr die Chance glücklich zu sein, oder Freude zu empfinden. So wie ein Blinder nicht in der Lage ist, den blauen Himmel zu sehen.
    Ich empfinde es selbst als sehr schwierig, wenn ich von einem depressiven Menschen höre, der „nichts mehr machen kann“… Theoretisch könnte er das eher als ich manche Dinge, die mir meine löchrige Wirbelsäule verbietet… Da kommt manchmal auch ein komisches Gefühl hoch, und Neid und Wut spielen da sicherlich auch eine Rolle.
    Aber an diese Krankheit habe ich vor einigen Jahren einen sehr wichtigen Menschen verloren. Er konnte nicht mehr, er wollte nicht mehr. Und hat sein Leben selbstbestimmt beendet…
    Böse Stimmen sagen bei sowas immer, dass der Mensch zu feige zum Leben war. Aber ich kannte ihn lange Jahre und denke, dass seine Krankheit gesiegt hat… Wenn ein Mensch an Lungenkrebs stirbt, sagt ja auch keiner: „Schwächling…“.

    Das Problem was ich aus meiner Warte betrachte ist, dass immer mehr Menschen plötzlich „depressiv“ werden, weil sie mal ne schlechte Phase haben. In der heutigen Leistungsgesellschaft muss es doch möglich sein, eine Auszeit zu nehmen, ohne gleich den Stempel „depressiv“ zu bekommen. Manchmal ist eben der Akku leer. Was ist daran so schwer zu sagen: „Ich brauche ne Auszeit!“ Natürlich trauen sich das viele nicht, und so mag aus Überforderung auch mal ne phasenweise Depression werden… Dann muss man den Menschen einfach eine gewisse Zeit für sich geben. Aber dann muss denen auch in den Arsch getreten werden!
    Das hat mir meisthin immer geholfen. Diese Volkrskrankheit „darf“ ich seit meiner frühen Jugend zu meinem dauerhaften Begleiter zählen…
    Ich empfinde diese Krankheit übrigens schlimmer, als den Krebs… Aber das ist auch eine subjektive Empfindung…

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