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Anita Waldmann

Gewichtsabnahme bei Krebserkrankungen

Hilfe, ich nehme immer mehr an Gewicht ab, was kann ich tun?

Nicht wenige Patienten haben Schwierigkeiten während oder nach einer Chemo-Therapie „normal“ zu essen. Häufig sind Wahrnehmung von Geruchs- und Geschmacksveränderungen der Grund für Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Emesis).


Auch kann der Darm psychosomatische Störungen aufweisen. Jeder Patient muss für sich individuell herausfinden was ihm gut tut.
Wir können nur aus Erfahrung unserer Patienten auf gewisse, evtl. hilfreiche Tipps verweisen:

  • Vermeiden Sie alles, was Ihnen auch im gesunden Zustand nicht geschmeckt hat.
  • Einige Patienten haben eine Zeit lang Babynahrung aus Gläsern, Vanillepudding oder Reisbrei bevorzugt.
  • Häufige kleinere Portionen von kohlenhydrathaltigen Mahlzeiten ein (Nudeln, Kartoffeln, etc.) sind besser verträglich.
  • Essen Sie langsam. Ihr Essen sollte weder zu heiß noch zu kalt sein.
  • Zarte Gemüse (Möhren, Zucchini, Kohlrabi), reifes, rohes Obst (Birnen, geschälte Äpfel, Bananen, Melonen etc.), leicht verdauliche, gekochte Vollkornnahrung.
  • Wenn das Immunsystem es erlaubt: fettarme Kartoffelgerichte und Milchprodukte wie Quark und milde Käsesorten sind bekömmlicher und belasten Magen und Darm weniger.
  • Trinken Sie Kräutertees und kohlensäurearmes oder stilles Mineralwasser. Gegen eine gelegentliche Tasse schwarzen Tee oder reizstoffarmen Spezialkaffee ist nichts einzuwenden. Testen Sie aus, was Ihnen bekommt.
  • Selbst Cola hilft einigen Patienten, ihr Essen besser zu genießen.

Wenn die Gewichtsabnahme anhält, denken Sie frühzeitig an eine zeitlich begrenzte parenterale Ernährung. Nur so können dem Körper alle Energiespendenden, lebensnotwendigen Nährstoffe zugeführt werden. Ein zu geschwächter Körper kann kaum mit der täglichen Belastung zurecht kommen und behindert so auch oft den Gesundungsprozess. Auf jeden Fall sollte der/die behandelnde Arzt/Ärztin zu Rate gezogen werden.

Der Begriff „Parenteral“ kommt aus dem Lateinischen und heißt unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes; durch subkutane, intramuskuläre oder intravenöse Injektion bzw. Infusion.

Bei vielen Patienten stößt alleine die Vorstellung an diese Art der Nahrungszufuhr auf Ablehnung, sie fühlen sich „fremdbestimmt“, was durchaus verständlich ist.
Hier bedarf es vielen informativen Gesprächen, denn wir wollen nicht gegen den Willen überzeugen, sondern das Verständnis für die vorübergehende Notwendigkeit erreichen.

Wir freuen uns immer, wenn Patienten bei unseren monatlichen Treffen (bei einem Italiener), das erste Mal wieder mit Genuss essen, auch die Angehörigen oder Partner sind überrascht.
Die Erklärung: Man sieht auch andere Patienten, die Gleiches durchgemacht haben, und in Gesellschaft von Gleichbetroffenen schmeckt es einfach besser. Unser großes Plus ist, dass uns „unser“ Italiener seit über 20 Jahren begleitet und er bereit ist, auf die Bedürfnisse und Gelüste unserer Patienten mit kleinen Portionen oder besonderen Zubereitungen einzugehen.

 

 

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