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Doreen Bogram

Aus mir wird kein Spitzensportler mehr!

Nun ist diese Krankheit schon seit gut zwei Jahren bei mir bekannt und doch musste ich erst jetzt richtig begreifen, was alles nicht mehr so gut in meinem Leben geht. Hatte ich doch wirklich langsam angefangen daran zu glauben, dass ich das MDS besiegen werde und es schaffe, das geeignete Medikament zu bekommen.

Ja, ich kann noch so gut belesen und informiert sein, auch hier hab ich mich lange dahinter versteckt, es würde schon alles wieder gut werden!

Na ja, es ist ja soweit alles gut, nur in diesem Fall anders als vor der Erkrankung. Meine Aktivitäten wie Sport treiben, auf Berge herauf laufen, schwimmen und viele andere Sachen gehen eben nicht mehr so wie früher.

Trotzdem habe ich es mit Hilfe von meinem Partner, den behandelnden Ärzten, Freunden und einem großen Dickkopf meinerseits immerhin geschafft mir einen Traum mit meinem Partner zu erfüllen. Wir sind im letzten Herbst vier Wochen durch Kanada, genauer gesagt durch Britisch Columbia, getourt und haben uns einen Lebenstraum erfüllt. Auch wenn wir viele Touren mit dem Auto absolvierten, so hat doch der eine oder andere Ausflug zu Fuß gut geklappt. Von dieser Reise zehre ich noch heute, wenn mal wieder alles nicht so läuft, wie ich es gerade gebrauchen kann. Mit diesen schönen Erinnerungen an diese traumhaft schöne und zugleich auch wilde Landschaft gelingt es mir immer besser mit Rückschlägen umzugehen.

Auch wenn ich mir am Anfang meiner Diagnose professionelle Hilfe gesucht hatte, musste mich in diesem Frühjahr die Realität auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Ja, ich hatte gelernt, Berge nicht mehr zu Fuß erklimmen zu können, sondern dafür die Seilbahn zu nehmen, wenn ich mal wieder über die geliebten Berggipfel schauen wollte. Ich wohne seit gut fünf Jahren in Oberbayern und habe diese Berge genau vor meinem Fenster. Bei guter Sicht kann ich in das geliebte Voralpenland schauen. Und trotzdem gibt es immer wieder Ausflüge, wo mir die Tränen kommen, weil es eben nicht mehr so wie früher ist.

Ein sehr klares Gespräch mit den behandelnden Ärzten in dem ganz klar gesagt wurde, dass wir hier zwar eine gute Chance haben, noch ein paar Jahre meine Lebenssituation zu stabilisieren, aber keine Heilung zum heutigen Tage in Sicht ist, musste erst einmal verdaut werden und ein neuer Blick auf mich und meine Gesamtsituation musste her. Es wird einfacher, wenn man Träume nicht mehr ewig vor sich hinschiebt, sondern bei bester und nächster Gelegenheit einfach versucht diese umzusetzen.

Bei allem Eifer bitte aber auch darauf achten, es mit der nötigen Gelassenheit anzugehen und nicht gleich wieder bis ans Limit zu kommen.

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